Geschichte

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WIR VERARBEITEN EISEN AUS LEIDENSCHAFT
Ein mutiger Mann, eine einträchtige Familie, eine bereitwillige und gut ausgebildete Nachkommenschaft brachten es fertig, im Verlauf von vier Generationen einen Betrieb aufzuziehen, der für die Handwerkstradition zu einem Begriff geworden ist: Über 100 Jahre Geschichte haben aus Bulgheroni einen Ansprechpartner für bedeutende Architekten und den idealen Partner für die Realisierung ihrer Bauten und Projekte gemacht.

Die Firma Bulgheroni wurde im Jahr 1900 in Olgiate Comasco von Adolfo Bulgheroni, Jahrgang 1870, gegründet. Er verlässt am Anfang des Jahrhunderts in einer Zeit, in der in dieser Gegend der Haupterwerbszweig noch die Landwirtschaft war und wo noch alles liebevoll und leidenschaftlich von Hand gefertigt wurde, die vortreffliche Arbeit als Wärter einer historischen Weberei, um die anspruchsvolle Tätigkeit eines Eisenschmieds zu beginnen.

Durch die große Erfahrung, die Unternehmenslust und die Geschicklichkeit des Gründers konnte der Betrieb schon nach wenigen Jahren Tore, Geländer, Brüstungen, Fenster und Türen und die dazu notwendigen zusätzlichen Arbeiten sowohl für Private als auch für Bauunternehmen herstellen.

Dazu kamen wichtige industrielle Wartungsarbeiten in zahlreichen Fabriken, die in der Zwischenzeit in der Umgebung entstanden waren. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg war die Firma Bulgheroni bereits ein blühender Betrieb. Damals trat Adolfos Sohn Gerardo, Jahrgang 1900, in die Firma ein. Er war an der legendären Handwerksschule Castellini in Como zum mechanischen Zeichner ausgebildet worden. Gerardo half dem Vater in den schwierigen Kriegsjahren und blieb dann für über achtzig Jahre in der Firma, bis wenige Wochen vor seinem Tod.

In den 30er Jahre nahm Gerardo den väterlichen Betrieb fest in die Hand. Er erwarb alle neuen Maschinen, die die moderne Technologie der damaligen Zeit zu bieten hatte, zum Beispiel eine Leitspindeldrehbank, eine Vertikalfräse, einen elektrischen Hammer zum Hämmern des Eisens, eine Bügelsägemaschine zum Schneiden der Stäbe und eine der ersten elektrischen Schweißmaschinen. Gleichzeitig entwickelte er den Projektentwurf und die Schmiedeeisenkunst.

Nach Adolfos Tod 1955 führte Gerardo den Betrieb allein weiter und verwaltete die Werkstatt mit den damals acht Angestellten. Es gab einen Drechsler, einen Fräser, einen Klempner, einen Schlosser und einen Schmied.

1967 trat die dritte Generation der Familie Bulgheroni ins Geschäft ein: Sohn Franco begann an der Seite seines Vaters Gerardo zu arbeiten. Nach der technischen Ausbildung und einer kurzen Erfahrung in einer mechanischen Firma brachte Franco neue Ideen ein, vor allen anderen die Verarbeitung von Edelstahl (damals kannten erst sehr wenige Firmen die Geheimnisse dieses Verfahrens) sowie das Engineering des Projekts durch die Realisierung von detaillierten Zeichnungen am Technographen aller durchzuführenden Arbeiten.

Zu Beginn der 70er Jahre dehnte sich die historische Betriebsstätte auf über 500 qm aus und es werden die ersten hydraulisch betriebenen Maschinen für die Blechbearbeitung erworben: Schneide-und Biegemaschinen, mit denen man drei Meter lange und bis zu sechs Millimeter dicke Platten verarbeiten konnte.

Die 80er Jahre waren durch eine weitere wichtige Entwicklung gekennzeichnet. Besonders bedeutend war die vermehrte Zusammenarbeit mit dem Architekten Renato Conti aus Como, was zur Ausführung von Arbeiten im Bereich des schweren Metallbaus und von Metallarchitektur beim Bau und Umbau wichtiger Gebäude in Como, Venedig, Appiano Gentile und Bormio führte.

1987 trat auch Francos Sohn Francesco, Jahrgang 1968, als diplomierter Facharbeiter für Mechanik in die Firma ein. Das Wachstum ging weiter mit zusätzlichen Investitionen in den Bau der neuen, über tausend Quadratmeter großen Werkhalle, des heutigen Firmensitzes. Man begann mit dem Erproben und Realisieren von Fenstern und Türen aus Stahl mit neuen Profilen, die Dichtungen Forster und Jansen aufwiesen. Man begann, die Stahloberflächen durch Sandstrahlen, Ätzung, Dekapieren und Passivierung zu veredeln.

Die 90er Jahre brachten immer komplexere architektonische Metallbau-Projekte, für die die gesamte Werkzeugausstattung ersetzt werden musste. Danach wurde die Werkstatt Bulgheroni zu einer der technisch fortschrittlichsten Betriebe für die Bearbeitung von Eisen, rostfreiem Stahl, Aluminium und Kupfer. Dazu verwendete Bulgheroni Maschinen mit Cad/Cam-Programmierern und plante sämtliche Arbeiten mit Programmen Autocad 3D.

Anfangs des 21 Jahrhunderts, ichtete sich die Tätigkeit vermehrt auf den Bau von Teilen für die Metallbau-Architektur. Besonders in Zusammenarbeit mit den Architekten Balzarotti und Brambilla aus Como wurden wichtige Bauten realisiert, zum Beispiel ein Teil des Metallgebäudes von Via Pessina in Como, ein Teil der Stahlfenster und –türen für Villa Sucota der Fondazione Ratti in Cernobbio, die Tore für Villa Grumello, einer Liegenschaft der Handelskammer CCIAA, die Anfertigungen aus Eisen für den neuen Sitz des Parco del Lura in Caslino al Piano (dieser Arbeit wurde der wichtige Architekturpreis Maestri Comacini verliehen). In Zusammenarbeit mit den Architekten Corrado Tagliabue aus Cantu’ und Paolo Brambilla aus Como wurde die Metallstruktur für das neue Architekturbüro Radice e Tagliabue innerhalb der ehemaligen Spinnerei von Via General Cantore in Cantù realisiert.

Heute, 100 Jahre nach der Firmengründung, besteht die Belegschaft aus elf Angestellten und von Ermüdung kann nicht die Rede sein – im Gegenteil, mit der vierten Generation festigt sich bei Bulgheroni die Familientradition und die Firma hat neue, wichtige Vorhaben im Sinn. Eines davon ist die Realisierung eines neuen Werkstattdachs mit einer 20 kW starken Fotovoltaikanlage, zum Zeichen des Interesses, das die Firma Umweltproblematiken und technologischen Neuerungen entgegenbringt.